Bamm, bamm


Das Männchen mit dem Hammer im Kopf erinnert mich den ganzen Tag an den letzten Abend. Paracetamol und zwei Liter Wasser sind zwecklos. Ich nehme es hin und hoffe, daß mich niemand anspricht.


Frühstück bei McDonalds


Mein Chronograph sagt mir, daß es Zeit wird Kaffee oder so etwas wie Frühstück zu mir zu nehmen. Mein Magen sagt noch, nein danke. Ich bedeute meinem Magen still zu sein und gehe zu dem Laden nebenan, mit diesem roten M an der Straße. Ich bin nicht der erste an diesem Montagmorgen. Noch nicht ganz bei mir, haspele ich etwas von Burger und Kaffee. „Erst in zehn Minuten, wir bieten gerade nur Frühstück an“. Ich hasse amerikanisches Frühstück – Donuts und anderes Süßes. Also habe ich erst nur Kaffee und eine Cola bestellt und warte einfach zehn Minuten. Während des Kaffees und der Cola werde ich langsam klarer und fange mich an zu schämen. „Sitze ich wirklich zum Frühstück bei McDonalds? Oh mein Gott!“.


So lerne ich auch mal Amerikas Unterschicht kennen: ist ja bekannt, daß die Armen und „Undereducated“ das meiste FastFood essen und am fettesten werden.


Weil sich mein Appetit immer noch nicht einstellt, wandere ich mit meinem FatFastFood zurück zum Hotel und werde es später auf dem Flughafen essen.


1x26kg sind zuviel – 2x23kg sind ok


Der Fahrer vom Hotel, der mich zum Flughafen bringt, redet mit mir. Uuuuhhh. Er ist aus Guatemala und hat eine GreenCard gewonnen. Glückwunsch und nun laß mich mal in Ruhe, ich verstehe ihn eh kaum. Beim Einchecken dann die nächste Überraschung. Mein einer Koffer ist zu schwer. Er ist 2kg zu schwer und ich soll dafür $70 zahlen. Ich denke nur noch „Hat sie ein Rad ab?“. Zwei Kg und siebzig Dollar oder 50€, also 25€/kg? Sie bietet mir an, den Inhalt auf zwei Gepäckstücke zu verteilen und dann dürfe ich sogar zwei Mal 23kg mitnehmen. Sei ein besonderer Service von AirCanada. Was ist das für eine Logik? Das ist einfach nur Kundenabzocke. Nach mehrmaligem Nachfragen, ob ich das nicht einfach nur falsch verstanden habe, bestätigt sie es. Die spinnen doch! Hmm.


Ich gehe nochmal zurück und esse erstmal meinen AngusBurger. Komme mir vor, wie in der Werbung. Weil ich beim Essen richtig die in mir aufkommende Energie gespürt habe. Der Burger war mal richtig gut, also soweit ich das beurteilen kann, ist glaube ich mein vierter Burger in meinem Leben. Er war dezent mit Soße und total sauber zu essen und das Fleisch war saftig und nicht Schuhsohlen-like.


Nachdem ich meinen Rucksack mit Schuhen vollgestopft habe, meine Winterjacke und Stativ nun auch noch im Handgepäck habe und die große Packung Flächendesinfektion weggeworfen habe, sagt mir die … am Schalter : „Geht doch.“.


1001 Sicherheitschecks


Kürzlich hat das IOC die Vergabe der Olympischen Spiele an Chicago abgelehnt, mit der Begründung die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen seien eine Zumutung für die zu erwartenden Gäste. Ja, sie sind es. Vor der Aufgabe des Gepäcks, wird es gewogen und etikettiert (normal). Nun muß man aber mit seinem Gepäck zum Röntgenband und falls man den Koffer verschlossen hat, auf den Koffer warten, bis er durch ist. Zusätzliche Dauer hier 10min. Dann geht es weiter zur Personen- und Handgepäckskontrolle. Davor prüft ein Beamter den Ausweis mit ultraviolettem Licht und vergleicht mit grimmigen Blick, ob Photo und Person übereinstimmen. Zusatzdauer weitere 10min. Dann geht es in eine lange Schlange in der man dann nach 20min barfuß seine Hose festhaltend durch eine Sicherheitsschleuse geht und sich wieder ankleidet. Das ganze ist so aufgezogen, daß man ziemlich lange wartet und in der Schlange steht. Vergleichbar mit Netto, es gibt sechs Kassen und nur eine ist geöffnet, weil man nicht länger als 15min warten muß, bis man an der Kasse ist. Für einen Flughafen, der bei den Passagierzahlen pro Jahr unter den Top6 nicht gerade ruhmreich. Wenn das in Chicago ähnlich ist (der zweitgrößte der Welt), dann ist mir die Begründung mehr als verständlich.


Nachfahre deutscher Einwanderer


Während des zweistündigen Fluges mache die Bekanntschaft eines Kanadiers, dessen Vorfahren 1848 aus Deutschland gekommen sind. Ich frage mich, ob es mit der Märzrevolution zusammenhängt.


Auf dem Zielflughafen habe ich dann noch gefragt, wo die Straße ist, wo ich hin muß und er daraufhin: „Moment, schaue ich mal bei Google nach.“ mit meinem Iphone nach. „Boah“, dachte ich mir, jetzt zeigt mir schon ein 54jähriger auf GoogleMaps, wo ich hin muß. War ich etwas überrumpelt. Fast so, als wenn meine Oma mir demnächst sagt, den Einkaufszettel macht sie immer in GoogleDocs und läßt sich per PushMail direkt auf’s Handy über die günstigsten Läden in der Umgebung informieren.


Im Hotel angekommen, gehe ich im Sushi-Restaurant gegenüber etwas essen. Erst mal Luft holen, mich überkommt gerade die Müdigkeit. Die Reise über die Zeitzonen und die letzte Nacht macht sich bemerkbar. Tja und wieder ein Franzose am Nebentisch, der einen deutschen Nachnamen hat und dessen Großvater aus dem Elsaß kommt – das ist Geschichte zum Anfassen.


Das Essen schmeckt und morgen schlafe ich aus! N8!